HJ45.02: Falleren (Oberrüttenen) – Clubweg – Stiegenlos

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Route 3D

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Route gpx


Diese Tour ist ein echtes Highlight am ganzen Jura-Südfuss!

Ja, wo soll ich beginnen?
Ich kann es nicht mehr an einer Hand abzählen, wie viele Male ich diese Tour in genau dieser Form in meiner Hikerkarriere begangen bin. Sie beinhaltet alles, was Hikerbuddy’s Herz begehrt: Sehr steile, teils weglose Partien, viele Höhenmeter auf wenig Distanz, adrenalingeladene Abschnitte, SingleTrail-mässiges zickzack-nach-oben Wandern, geniale Aussichts-HotSpots für Insider, welche bestimmt kein Turnschuhtourist je zu sehen bekommt. Es gibt kaum negative Worte zu dieser Tour. Ich begehe sie immer wieder mal an einem schönen (trockenen!) Frühlings-, Sommer-, oder Herbstabend. Von einer Begehung bei nassen oder gar winterlichen Verhältnissen rate ich ab, ausser du willst das Risiko so richtig herausfordern.

Ich empfehle eher Trekkingschuhe statt Wanderschuhe. Letztere sind nicht unbedingt erforderlich, da die Tour nicht besonders lang ist und ich die Flexibilität meiner Fussgelenke für die teilweise off-chamber mässigen Abschnitte des Wegs ausnutzen will, um mehr Grip auf dem teils rutschigen Weg zu haben. Im Frühling wie Sommer hat es auf dem Weg teilweise viel Laub sowie loses Jura-Kalkgestein. Obwohl ich die Tour schon so oft begangen bin, ist die Wegspur nie gleich! Der Fels an diesem Berg ist sehr erosiv, überall bricht immer wieder Gestein ab, nach jedem Niederschlag sind wieder leichte Rutschungen festzustellen. Daher: Ein regelmässiger Blick nach oben und stets ein wachsames Ohr sind sehr wichtig!

Die Route beginnt recht smooth. Viele verschiedene Wege führen nach Rom – äääh nein: Zum Forsthaus des Chuchigrabens. Es gibt x-beliebige Möglichkeiten, entlang des Chesselbachs bis zum Forsthaus zu gelangen. Ich empfehle, den Weg entlang des Bachs zu nehmen, dieser startet beim Parkplatz hinten links und dringt dort in den Wald ein. Ich folge dem Bachverlauf (sehr schön im Sommer wenn alles dicht mit Laubbäumen verwachsen ist!) und überquere dann nach ca. 500m Wegdistanz den Bach und steche hoch auf die Waldstrasse. Diese führt direkt zum Forsthaus.

Wunderbare Aussichts-HotSpots während dem Aufstieg über den Clubweg

Unmittelbar rechts hinter dem Forsthaus links vom Chesselbach befindet sich eine kleine Waldschneise, die aussieht wie ein Abstellplatz für Förster. Dort gehts geradeaus nach hinten in Richtung der Schlucht.

Die Wegspur ist nicht immer top sichtbar, du kannst dich aber darauf verlassen, einfach dem Schluchtverlauf weiter nach hinten zu folgen. Der Weg wird langsam steiler, die Spur ist immer besser erkenntlich. Du merkst aufgrund von fehlenden Wegweisern, dass diese Tour und speziell der Clubweg absolut «secret» und nur etwas für ausgesprochene Insider ist! 🙂

Ich dringe immer tiefer in die Schlucht ein, der Weg ist hier noch sehr gut erkennbar. Trotzdem ist er bereits jetzt steil und teilweise sehr schmal. Ich überquere ein kleines handgefertigtes Holzbrüggli, der Weg ist sehr schön. Man ist schon mitten in der Schlucht; ich bin hier in absoluter Stille, umgeben von Felsen und kann die ersten Atemzüge dieser wunderschönen (Schlucht-)natur geniessen. Im Sommer ist es hier hinten angenehm kühl, ideal an heissen Sommertagen also! 🙂 Nach diesem Brüggli geht es dann irgendwann rechts den schrägen Hang hinauf. Der genaue Start des Clubwägli definiere ich jedesmal anders, ich merke mir aber immer das orange Schild Wildschutz, welches an einem Baum angebracht ist. Bei meiner letzten Begehung hing es jedenfalls noch. Ab diesem Schild sind es etwa 100m Fussdistanz, dann steche ich rechts in den Hang hinein, wo ein Pfad erkennbar ist. Ich folge jeweils diesem Pfad und habe bis jetzt jedesmal den richtigen Einstieg in den Clubweg gefunden.

Nun wird es richtig steil! Im Zick-zack-Kurs geht es sehr steil den Berg hoch. Auf dem Weg nach oben haben ein paar Hikerbuddy’s ein Steinmannli aufgebaut, dort gehts über den kleinen Felskamm weiter nach hinten. Dann folgt eine Schlüsselstelle, welche mit zwei Rohren gesichert ist. Das eine Rohr hilft mir den Überstieg in die Kraxelpartie, gefolgt von einem zweiten Rohr für den Aufstieg über den Fels. Ich empfehle, die Rohre gut festzuhalten, zweite Sicherung mit dem zweiten Fuss sicherstellen. Rechts geht es jeweils sehr steil über Felsen den Berg hinunter ins Tal. Trotzdem: Ausgesetzte Fels-Kraxel-Partien gibt es auf dem Clubweg nie, aber ausrutschen möchte ich hier trotzdem nicht. Ein wenig später folgen ein paar kurze Kraxelpartien.

Man hat nach der Schlüsselpartie das Gefühl, dass das meiste schon geschafft sei. Technisch gesehen ja, aufstiegstechnisch gesehen allerdings nicht. Hier bist du bei ca. 1/3 des Aufstiegs angelangt. Nun geht es über weiterhin sehr steile Abschnitte zwischen den Felsen hindurch immer weiter nach oben. Der Wald wird langsam offener, die Aussichts-Spots werden immer zahlreicher. Ein Tipp: Geniesse hie und da die wunderschöne Aussicht hinunter ins Mitteland!

Der Aufstieg des Clubwegs ist mit zahlreichen,
exklusiven Aussichts-HotSpots gesäht!

Nach knapp einer Stunde Gehzeit erreiche ich den Weg, welcher vom Balmfluechöpfli dem Kamm entlang bis zur Stiegenlosschlucht führt. Dieser Weg eignet sich ideal für eine kurze Ess- und Trinkpause. Wiederum geniale Aussicht ins Tal. Ich folge diesem Weg nach links, umgehe den Kamm bei der Stiegenlosschlucht und folge dem breiten Wanderweg (Beschilderung gelb) in Richtung Nesselboden. Der Wanderweg führt nach hinten in Richtung Röti, biegt dann aber links ab über einen kleinen Fluss und geht in die andere Richtung in Richtung Nesselboden weiter. Einfach den gelben Wegweiser Nesselboden/Stigelos folgen. Ich durchquere eine Wiese am unteren Rand, hier trifft man oft weidende Tiere in Mutterkuhhaltung an, nicht zu nahe treten! Lass den Tieren ihren Frieden.

Am Ende der Wiese geht es links weiter wieder in den Wald. Nach einer kurzen Distanz gibt es hier eine Abzweigung nach rechts hinauf auf den Nesselboden. Ich folge aber geradeaus dem Wegweiser zur Stiegenlos.


Nach ein paar weiteren Meter Weg treffe ich auf diesen Wegweiser:

Nicht stehen bleiben!

Nun beginnt ein richtiges Abenteuer. Der Wanderweg entlang der Stiegenlosschlucht ist ein weiteres, echtes Highlight aller Wandertouren, welche es am Jura-Südfuss gibt. Einmalige Aussichten hinunter in die Schlucht und ins Mittelland werden dich erwarten.

Dieser Abschnitt ist bei jeder Witterung machbar, jedoch im Winter bei viel Schnee eher nicht zu empfehlen. Zudem würde ich diesen Abschnitt bei Gewitter oder starken Windböen meiden, da im unteren Teil doch sehr viel Wald mit vielen älteren Bäumen angesiedelt ist. Zudem ist auch immer mit Steinschlag durch die fortgeschrittene Erosion am Fels zu rechnen.

Nun beginnt der Abstieg an der Stiegenlos.

Wie im Bild erkenntlich, ist der idyllische Weg sehr gut gesichert und für Jedermann mit guter Trittsicherheit problemlos machbar.

Nach dem ganzen Zick-Zack im oberen Teil des Abstiegs erreicht man das Couloir, welches oben sehr eng ist; der Abstieg geht im zick-zack Kurs weiter talwärts, das Couloir wird immer breiter, ich dringe wieder in den Wald ein. Langsam wird es wieder weniger steil. Der weitere Weg ist speziell im Herbst und Winter mit dem vielen Laub sehr idyllisch. Nach etwa einem Kilometer Fussdistanz ab dem Couloir der Stiegenlos folgt ein Wegweiser mit der Beschriftung «Chuchigraben» und «Rüttenen». Wenn du dein Auto bei meinem Ausgangsort der Tour parkiert hast, kannst du bei diesem Wegweiser nach links weitergehen. Der Weg verlässt nach etwa 200m den Wald, das Forsthaus ist wieder erkennbar. Dem Bachverlauf abwärts folgend, erreiche ich den Parkplatz.

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HJ45.02
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Anforderungen

Kondition


3 out of 5 stars
     5.9 km
     458 Höhenmeter
     458 Höhenmeter
     2 h 35 min

Eher mittelmässige Kondition erforderlich. Die Tour kann gut an einem Stück ohne grosse Pausen begangen werden.

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Kraft & Technik


4.5 out of 5 stars
     33 % Steigung (max)

Clubwägli: T3+ (anspruchsvolles Bergwandern) / UIAA I-II
Ansonsten: T2 (Bergwandern)

gemäss der SAC-Wanderskala.

Spezialtour, oft keine Beschilderung. Entspricht Beschilderung weiss-rot-weiss wtyp_weissrotweiss. Sehr gute Trittsicherheit (Aufstieg Clubweg) -> SAC Stufe T3+. Schwindelfreiheit beim Aufstieg erforderlich. Kurze Kraxeleien (UIAA I/II). Rundweg bis und mit Stiegenlos einfaches Terrain (Beschilderung gelb wtyp_gelb).

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Panorama / Erlebnis


4 out of 5 stars

Geniale Aussichts-Hotspots während dem Aufstieg am Clubweg, tolle Aussicht vom Bänkli bei der Stiegenlos.

Tourendetails

Anreise

Mit öV
Zug bis Solothurn (Fahrplan), dann Bus Linie 4 Richtung Rüttenen, Haltestelle Rüttenen Endhalt, dann zu Fuss nach oben Richtung Oberrüttenen, dort links nach unten nach Falleren (Waldrand)
Mit Auto
Ca. 10 Parkplätze beim Waldeingang nähe Chesselbach in Falleren, Bergstrasse, 4515 Rüttenen | für Navi/GPS: N 47.234120, E 7.524093

Verpflegung

Wie immer aus dem Rucksack 😉
Siehe zudem die Links in der Karte Route gpx.

Sehenswürdigkeiten

Eindrückliche Aussicht in die Schlucht und ins Mittelland vom exponierten Aussichtsbänkli auf dem Rückweg entlang der Stiegenlosschlucht.

Rückreise

– Begehen gemäss meinem Tourvorschlag. Tour in umgekehrte Richtung nicht empfehlenswert!
– Alternativ ohne Rückweg via Stiegenlos: via Nesselboden mit der Seilbahn Weissenstein nach Oberdorf SO

Weitere Informationen

Meine Tour in schweizmobil_logo Schweizmobil Wanderland.

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